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    himmel oder hölle

    prolog: bevor es licht gab, gab es engel, und die engel waren gestalten des lichts. doch mit luzifers abfall von gott mussten sich die engel entscheiden, ob sie mit gott im himmel oder mit satan in der hölle leben wollten. ein rebellischer, ein "gefallener" engel wollte aber nicht wählen und entschied sich für ein leben auf der erde.

    schwenk ins 21. jahrhundert: lucinda "luce" price weiß nicht, wie ihr geschieht. dunkle schatten, verzehrende flammen, ein schwärmer, der im licht verbrennt, verstörende déjà-vus aus längst vergangenen zeiten und ein mysteriöser todesfall verfolgen die 17-jährige. als "gestört" und "gemeingefährlich" wird luce in die reformationsschule sword and cross eingewiesen, wo sie alsbald von bad boy cam umgarnt wird: "diesmal gehört sie mir!" doch da gibt's noch den merkwürdig anziehenden daniel, der sie zwar auf abstand hält, der aber schon seit ewigkeiten zu ihrem leben zu gehören scheint.

    bloß was hat das alles mit obigem prolog zu tun, und mit dem insistieren der schulleiterin, sich für eine seite zu entscheiden? warum hören die schatten nicht auf, sie zu verfolgen, und was hat es mit dem "krieg im himmel" auf sich? twilight-kenner werden's erahnen…

    fallen ist die adaption des ersten teils der young-adult-romanreihe (fallen, torment, passion, rapture) von lauren kate: stephenie meyers vampire und werwölfe werden zwar durch rivalisierende engel ersetzt, mormonisches durch evangelikales aus der sonntagsschule, das rezept kommt aber durchaus aus der twilight-ecke: die umschwärmte protagonistin mit dunkler, schwerer vergangenheit, die rivalen (daniel, der mehrfache lebensretter vs. der bad boy mit dem motorrad) und die unmöglichkeit der entscheidung. folgt sie ihrem herzen, ist sie des todes...

    weitere YA-roman-zutaten: die munter drauflos schwatzende brillenschlange als beste freundin, die fiese mitschülerin, die luce die hölle auf erden bereiten will, und die direktorin (joeley richardson als prominenter aufputz) mit undurchsichtiger agenda. leider fällt die charakterentwicklung der nebenfiguren äußerst flach aus, die dialoge sind uninspiriert und repetitiv wie die predigten. das thema des prologs wird mehrfach im unterricht wiedergekaut, dieselben liebeserklärungen mehrfach wiederholt: das ist nicht spannend, das ödet an.

    fazit: die darsteller sind passabel, wenn auch unterfordert, das setting beeindruckend (gedreht wurde in ungarn, als schulkulisse dient ein ansehnliches schloss mit eropäisch-altehrwürdigem flair), von den CGI-effekten ist zumindest die _konzeption_ der leuchtenden flügel interessant (engel als "gestalten des lichts"). die pseudoreligiös verbrämte geschichte selbst ist zwar genauso hanebüchen wie die vegetarische vampirliebe, für mich trotzdem weniger peinlich als twilight (das mag auch daran liegen, dass ich mich über die vielen parallelen zu meyers vampirsaga köstlich amüsiert habe). erwarten darf sich der fan der buchreihe aber weder eine 1:1 verfilmung des ersten teils, noch der unbedarfte kinobesucher einen in sich geschlossenen film – dafür ist das ende viel zu abrupt, zuviele handlungsfäden bleiben lose, zu viele fragen offen.
    teil 2 (torment) ist zwar "in development", schlechtes timing der filmstarts, fehlendes marketing und der umstand, dass nirgendwo box office-zahlen auffindbar sind, lassen aber einen veritablen flop vermuten und die geplante fortsetzung (siehe beautiful creatures) doch etwas fraglich erscheinen.
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    18.07.2017
    12:13 Uhr