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14 Bewertungen
93.6% Bewertung
  • Bewertung

    Pflichtfilm für jede Alterstufe

    Das Spielfilmdebüt des jungen Salzburgers Adrian Goiginger ist in jeder Hinsicht beeindruckend:
    Aus der Perspektive des siebenjährigen Sohnes einer heroinsüchtigen Mutter erzählt Goiginger von seiner eigenen Kindheit im Salzburger Drogenmilieu.
    Voller Ausdruckskraft zeigen Verena Altenberger (Mutter) und Jeremy Miliker (Sohn) die innige und liebevolle Beziehung zwischen Mutter und Kind.
    Der Zuseher erhält einen schockierenden Einblick in die Drogenszene und verlässt doch am Ende des autobiografischen Meisterwerks positiv gestimmt den Kinosaal - ein Film für die ganze Familie.
    17.09.2017
    18:14 Uhr
  • Bewertung

    Die dämonische Sucht

    Das Spielfilmdebüt "Die beste aller Welten" des gerade mal 25-Jährigen Adrian Goiginger, der auf der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere feierte, und im Zuge dessen den Kompass-Perspektive-Preis erhalten hat, konnte auch bei seiner Österreichpremiere auf der Diagonale 17' überzeugen. Nicht nur der Kleine Zeitung-Publikumspreis ging an das berührende Drama, auch wurde die Hauptdarstellerin Verena Altenberger mit dem Diagonaleschauspielpreis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

    Der Film, basierend auf den realen Kindheitserlebnissen des Regisseurs, wird aus den Augen des siebenjährigen Adrians erzählt. Adrian lebt gemeinsam mit seiner Mutter Helga und deren Lebensgefährten Günter in einer heruntergekommenen Junkiewohnung, die immer wieder Schauplatz exzessiver Partyabende ist. Helga, die gleichermaßen überfordert von der immer stärker werdenden Heroinsucht ist, wie von ihrer frühen Mutterrolle, bemüht sich sehr Adrian trotz der vorherrschenden Umstände mit viel Liebe und Fürsorge zu erziehen. Je tiefer sie jedoch im Drogensumpf versinkt umso schwerer wird es für sie ihrer Rolle als fürsorgender Mutter gerecht zu werden, Helga weiß einerseits, dass sie auf diese Weise Adrians Kindheit zerstört, andererseits ist sie auch bereit um ihn zu kämpfen. Um die schlimmen Ereignisse, die um ihn herum stattfinden, verarbeiten zu können, flüchtet sich Adrian in eine Art Fantasiewelt, in der es nur ihm, dem großen Abenteurer, gelingen kann einen besonders bösartigen Dämon zu bekämpfen. An dieser Stelle ist ein Vergleich mit Guillermo del Toro's großartigen "Pans Labyrinth" angebracht, der mit ähnlich fantastischen Elementen und einem stark ausgeprägten Symbolismus, die furchtbaren Erlebnisse eines Kindes wiederspiegelt.
    Dem Spielfilm "Die beste aller Welten" gelingt es auf eine Weise zu berühren, die fernab von kitschig ist, im Gegenteil mit einer wahnsinnigen Authentizität punktet. Das Schauspielensemble agiert wunderbar und wirkt sehr gut aufeinander abgestimmt, besonders die Szenen zwischen den beiden Hauptdarstellern Verena Altenberger und Jeremy Miliker, der Darsteller des Adrian, scheinen eine besonders vertraute, beinahe wirklich mütterliche Bindung zu zeigen. Adrian Goiginger beweist mit seinem Drama, dass er sich keiner Vergangenheit zu schämen hat, dass man trotz schwerwiegender Probleme eine aufopfernde, liebende Mutter sein kann und porträtiert auf diese Weise seine Mutter als eine Heldin, die sich ihren Dämonen stellen musste und siegte. Für mich ist "Die beste aller Welten" zweifellos der beste Spielfilm im Programm der Diagonale 2017 gewesen, welchen ich ohne Einschränkung weiterempfehle.
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    11.04.2017
    11:43 Uhr
  • Bewertung

    Berührender Film

    Ich habe den Film im Rahmen der Diagonale gesehen und er hat mich sehr berührt. Der Film ist kein typischer Drogenfilm, er ist feinfühlig und stimmungsvoll gemacht, ohne anklagend zu sein.

    Es geht um eine Mutter und ihren 7 jährigen Sohn Adrian. Die Mutter ist drogenabhängig und in einem Freundeskreis, in dem alle Drogen konsumieren. Trotzdem ist sie eine tolle Mutter und bemüht sich, für ihren Sohn dazu sein. Sie durchlebt einen ständigen Kampf, will von den Drogen weg und schafft es dann wieder doch nicht. Sie möchte gerne einen Entzug machen, aber sie will Adrian nicht weggeben und mitnehmen kann sie ihn nicht. Erst als Adrian etwas passiert, rüttelt sie das auf, sie zieht den Entzug durch und schafft es clean zu bleiben.

    Im Abspann liest man, dass es eine wahre Geschichte ist und der Drehbuchautor und Regisseur jener Adrian ist, von dem die Geschichte handelt.
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    10.04.2017
    13:47 Uhr
  • Bewertung

    Die beste aller Mütter

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2017
    In der Schiene „Perspektive Deutsches Kino“ war es ausgerechnet ein Österreicher, der einen der größten Erfolge verbuchen durfte. Der Salzburger Jungregisseur Adrian Goiginger präsentierte sein Langfilmdebut „Die beste aller Welten“ und durfte die Berlinale sogar als Gewinner wieder verlassen, denn er wurde mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet – und das zu Recht!

    Bereits beim Lesen der Inhaltsangabe zu „Die beste aller Welten“ merkt man schnell, dass dies kein einfacher Film wird. Kindliche Unschuld trifft auf ein Drogenmilieu – das ist der Stoff aus dem die Dramen gemacht sind, bei denen man gar nicht hinschauen kann. Dazu kommt noch, dass die Geschichte nicht frei erfunden ist. Sie ist sogar autobiographisch. Der kleine 7-jährige Adrian heißt nicht zufällig so wie der Regisseur des Films, er ist ist auch - ein mutiges Unterfangen und sein Mut hat sich ausgezahlt.

    Sehr sensibel erzählt der Film vom jungen Adrian, der mit seiner offiziell alleinerziehenden Mutter Helga aufwächst. Inoffiziell, denn davon weiß das Jugendamt nichts, lebt Adrian mit Helga und ihrem Freund zusammen. Beide sind Junkies. Helgas Sucht ist dem Jugendamt bekannt, Adrian aber nicht. Der 7-jährige Junge hat noch keine Ahnung, was vor sich geht. Er ahnt aber, dass seine Mutter und ihre (Drogen-)Freunde sich in einem ständigen Kampf mit sich selbst befinden. Goiginger, der auch das Drehbuch geschrieben hat, findet dafür eine passende, kindgerechte Metapher für einen Jungen mit blühender Phantasie – einen Dämon. In den Augen des kleinen Abenteurers Adrian kämpft seine Mutter mit einem inneren Dämon – ein Dämon, den Adrian gerne selbst für seine Mutter besiegen würde.

    Wenn Helga aber gerade nicht mit ihrem Inneren ringt, ist sie in der Tat die beste aller Mütter. Sie ist eine Löwin, die ihr Junges verteidigt, auch vor sich selbst. Der engen Beziehung von Adrian zu seiner Mutter verdankt der Film seine schönsten Momente. Denn obwohl die Thematik im Magen liegt, zeigt uns Goiginger, dass Adrian dennoch ein glückliches Kind ist. Die tragische Geschichte bekommt damit eine schöne Seite. Die Dialoge zwischen Mutter und Kind sind sehr schön geschrieben, Helga findet immer die perfekten Worte, um Adrian ihre Welt zu beschreiben, etwa wenn sie Zaubertrank zu ihrem Opiumaufguss sagt. Verena Altenberger spielt die liebevolle Mutter sehr berührend, auch Jeremy Miliker erbringt eine große Leistung für einen kleinen Jungen -zwei Performances, die wirklich unter die Haut gehen!

    Ein wunderschöner Film, bei dem kein Auge trocken bleibt.
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    21.02.2017
    16:23 Uhr