8 Einträge
21 Bewertungen
89% Bewertung
  • Bewertung

    Leise, zärtlich, wunderschön

    Ein ruhiger Film über Sehnsucht und Liebe, unglaublich einfühlsam erzählt. Sehenswert!
    gwilwileth_3f5990a104.jpg
    09.02.2020
    14:57 Uhr
  • Bewertung

    Ich bin mit Abstand der größte Fan der Sprache von André Aciman

    Nach 19-jähriger Abstinenz in der türkischen Diaspora kam ich 2019 zurück nach Berlin, sah den Film, flippte emotional völlig aus, kaufte das Buch und
    habe seither eine Bewusstseinserweiterung erfahren. Ähnliches hatte ich Anfang der 70'er bei ROXY-Music.

    Wie man merkt, wandere ich schon auf der letzten Wegstrecke eines schwulen Lebens. Durch Buch und Film inspiriert, habe ich mein Leben Revue passieren lassen und wirklich tous mes amants infrage gestellt.

    Zur Zeit tranchiere ich die Sprache von Andrè Aciman und genieße wiederkäuend jedes Wort wie einen Festtagsbraten. "Call me by your name" und "Fünf Lieben lang". Unfassbare Formulierungen meisterlich serviert.
    Die Sprache von André Aciman ist dermaßen schön, dass ich beim Lesen weine.

    Zum Film: Das Buch ist etwas anders, dennoch ist der Film meisterlich umgesetzt, atmosphärisch sehr dicht und die beiden Hauptdarsteller "göttlich".
    Für mich eigentlich der Oscargewinner 2018, doch homophobe Jurymitglieder haben sich durchgesetzt, um den Schwachsinn "Shape of water" zu krönen.
    19.12.2019
    19:02 Uhr
  • Bewertung

    Der zweite Film über die Liebe und Sehnsucht dieses Jahr der mich voll und ganz überzeugt hat. Ich empfehle diesen Film im Originalton zu sehen. In der deutschen Fassung geht dadurch etwas Charme verlohren. „(Filmfrühstück)“
    01.12.2018
    11:51 Uhr
  • Bewertung

    Sehnsucht

    Dieser wunderbare Film weckt im Zuschauer große Sehnsucht:
    die Sehnsucht nach dem Sommer mit seiner Wärme, die alles zum Blühen bringt;
    die Sehnsucht nach der Zeit als Teenager, in der man relativ unbeschwert von Schicksalsschlägen und traurig machenden Ereignissen leben durfte
    und die Sehnsucht nach dem Verliebtsein, in der man sich nach dem anderen verzehrt und nichts wichtiger ist, als mit dieser einen Person jede Minute zu verbringen.
    "Call Me by Your Name" ist ein Film, der nicht nur einmal gesehen werden sollte und für alle ab 16 Jahren bestens geeignet ist.

    (FILMFRÜHSTÜCK)
    03.11.2018
    19:05 Uhr
  • Bewertung

    Vorfreude auf den Sommer

    Armie Hammer (Oliver) und Timothee Chalamet (Elio) verlieben sich im Sommer 1983 ineinander.
    Die Erinnerungen des Ich-Erzählers Elio versetzen den Zuseher in einen ganz besonderen Sommer im Leben des damals 17 jährigen.
    In ruhigen und stimmungsvollen Bildern wird man Zeuge des Coming-Out des jungen Hauptdarstellers.
    Ein in jeder Hinsicht sehr sinnlicher Film in einer wunderbaren blühenden Landschaft, der auch nicht den kleinsten Moment peinlich ist und ganz einfach nur die Seele berührt.
    05.05.2018
    19:16 Uhr
  • Bewertung

    Sommerliebe

    Dieser wunderschöne Liebesfilm erzählt die Geschichte eines Sommers in den achtziger Jahren in Norditalien:
    Der 17jährige Elio, Sohn eines kosmopolitischen jüdischen wohlhabenden Ehepaares, verbringt die Zeit während seiner Sommerferien mit Lesen, Musizieren und Komponieren sowie mit seinen Freunden.
    Als der einige Jahre ältere Oliver aus den USA anreist und seinen Vater bei der Arbeit unterstützen soll, kommt es zu einer langsamen Annäherung zwischen den beiden, die in einer sinnlichen Freundschaft endet.
    Timothee Chalamet, der den Jungen mit all seiner Unsicherheit und seinen Ängsten sehr berührend und gefühlvoll spielt, wurde zu Recht für den Oscar nominiert.
    Überzeugend auch Armie Hammer als Oliver und Michael Stuhlbarg in der Rolle des Vaters, der zur Homosexualität seines Sohnes steht und für ihn da ist, als ihm der Liebeskummer jegliche Lebensfreude zu rauben droht. Tröstend rät er ihm: " Töte den Schmerz und die Trauer nicht, sonst bist du mit dreißig bankrott!"
    Ein empfehlenswerter Film - nicht nur für Romantiker.
    26.03.2018
    20:30 Uhr
  • Bewertung

    Ist es besser zu sprechen oder zu sterben?

    Das romantische Drama „Call Me by Your Name“ erzählt von einer ungewöhnlich zarten Männerliebe, deren Atmosphäre sich am besten durch die großartigen Songs von Sufjan Stevens und die leidenschaftlich geflüsterten Worte des Filmtitels beschreiben lässt. Luca Guadagninos Film lebt von dem faszinierenden Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller und zeigt uns menschliche Berührungen, wie sie sonst nur selten im Kino zu sehen sind. Auch wenn das Drehbuch etwas an geistigem Austausch zwischen den Figuren vermissen lässt, ist das Werk eine betörende Ode an die Liebe und die Ästhetik von Körper und Seele. Dieser Film weckt die pure, paradiesische Lust am Leben.
    mops_041dc8f71d.jpg
    05.03.2018
    22:03 Uhr
  • Bewertung

    Liebe und Enttäuschung waren selten so schön

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2017
    Der italienische Regisseur Luca Guadagnino hat André Acimans gleichnamigen Roman adaptiert und entführt uns in die Idylle des italienischen Sommers. Satte Farben in wunderschönen Aufnahmen sorgen für die perfekte Urlaubsstimmung - auch beim Publikum. Elio, der 17-jährige Protagonist, vertreibt sich die Zeit mit Lesen und Plantschen. Das vermittelt dieses Gefühl eines endlosen Sommers, den es zu vertrödeln gilt. Als der Sommergast seines Vaters anfängt, ihm dabei Gesellschaft zu leisten und die zwei in einem Café sitzen und Oliver fragt, was man im Sommer hier so macht, antwortet Elio, man warte hier einfach bis der Sommer vorbei ist. Das erste Drittel macht gefühlt genau das: Zeit vertrödeln, einen perfekten Sommertag nach dem anderen und tut dies unter großartiger Regie. Die Leinwand gehört schon von Beginn an hauptsächlich Elio und Oliver. Man spürt, irgendwas passiert mit den Charakteren, aber man weiß nicht was. Der 17-jährige Elio ist im Sommer seines sexuellen Erwachens, nach Oliver drehen sich ohnehin alle Köpfe um. Dass die zwei so viel Zeit miteinander verbringen, lässt vermuten, dass sie sich ineinander verlieben könnten, aber es scheint auch einen Machtkampf zwischen ihnen zu geben. Gleichzeitig sind die Charaktere seltsam distanziert zueinander, obwohl sie fast in allen Szenen gemeinsam sind. Ab der Hälfte des Filmes bestätigen sich erste Verdachte, Elio ist homosexuell. Und Oliver ist es auch. Obwohl im ersten Drittel des Film kaum etwas passiert, wird so viel erzählt. Obwohl nichts offen angesprochen wird, ist alles gesagt. Die Spannung liegt in der Charakterkonstellation von Elio und Oliver und die beiden jungen Männer sind zwei der bestgeschriebensten Charaktere seit langem. Hauptsächlich auch deswegen, weil der Film sich die Zeit nimmt, sie zu entwickeln, anstatt sie dem Publikum einfach hinzuklatschen und handeln zu lassen.

    Irgendwann passiert es aber dann doch. Elio sammelt den Mut zu handeln, nachdem seine Mutter ihm eine Geschichte vorliest, über einen Ritter, der reflektiert, ob es besser ist zu sprechen oder zu sterben. Da der Film in den 80ern spielt, stellte sich mir die Frage, wie auf die Romanze der zwei Männer reagiert werden würde. Denn die zwei treffen sich heimlich, sind dabei aber nicht gerade vorsichtig und lieben sich etwa bei offenem Fenster in Elios Elternhaus. Allein schon was ihre Homosexualität betrifft, wäre da so viel Konfliktpotenzial. Doch der Film vermeidet genau das. Er wird zu keiner Zeit politisch, Homosexualität wird niemals zum Konflikt, es geht lediglich um zwei Menschen, die gegenseitig ihre Zuneigung suchen. Keine Eltern, die sich dagegen auflehnen, keine eifersüchtigen Mädchen, die die Jungs lieber bekehren würden. Dadurch wird dem Zuschauer erlaubt, sich ganz in diese Romanze fallen zu lassen und sie zu genießen, so wie es auch Elio und Oliver tun. Die Konflikte sind jeweils in den zwei jungen Männern selbst – Unsicherheit, Angst, Enttäuschung. Aber nicht auf eine Art, in der sie die Sommerlaune und die Romantik trüben könnten. Im Gegenteil, der Film zieht sogar sehr viel seiner Kraft daraus, alle Gefühle schön zu finden, auch oder vor allem den Herzschmerz.

    Vieles, um nicht zu sagen alles, macht „Call me by your name“ zu einem cineastischen Vergnügen. Timothée Chalamet als Elio ist eines der großen Nachwuchstalente, die man im Auge behalten sollte. Und auch der restliche Cast leistet viel. Zärtlichkeit war selten so authentisch auf der Leinwand, sei es zwischen zwei Liebenden oder zwischen Eltern und ihrem Kind. Jede Berührung berührt auch das Publikum. Großartiges Kino!
    stadtneurotikerin_948f8a00d1.jpg
    15.02.2017
    08:45 Uhr