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75.8% Bewertung
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    Alans Leibärztin Zahra

    Primär ist es eine Romanze mit Culture Clash Effekt. Hinzu kommt noch ein Touch von ‘Warten auf Godot‘ mit einer ganz kleinen Priese Kafka. Das alles kommt von der Lebenseinstellung der Einheimischen, die nach dem Motto Geschäfte machen ‘Kommst du heute nicht, kommst du morgen.‘
    Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer hat den Roman von Dave Eggers fürs Kino angenehmer gestaltet. Gleich in der Eingangsszene erfreuen den Zuschauer farbige explosionsartige Blops, mit denen der Besitz und der Anhang des Helden weggebombt werden. Es kommt eine gehörige Portion verbaler Humor dazu (‘Hier gibt es keine Gewerkschaften. Wir haben die Pakistani‘). In dieser Hinsicht ist der Stand up Comedian Yousef (Alexander Black) eine echte Neuentdeckung. Und dann wird die Lovestory zwischen Alan Clay (Tom Hanks) und der Ärztin Zahra Hakem (Sarita Choudhury), der reifen arabischen Schönheit, weiter ausgedehnt als im Roman. Das kann man genießen. Wenn sich Alan und Zahra über und unter Wasser begegnen, eine Herausforderung für die Sitten- und Moralwächter der Gegend, da beide lediglich ‘männliche Badekleidung‘ tragen. Schöne Bilder. Ebenso ist es mit der weiten Leere der Wüste, die oft unmittelbar an den Luxus der Gebäude angrenzt.
    So wird das Geschäftliche (Titel!?) in den Hintergrund gedrängt und das Persönliche nach vorne gezogen, um dann am Ende zwischen Alan und Zahra einen familiären Gleichstand zu testieren und einen Weg in eine gemeinsame Zukunft zu prophezeien: beide geschieden, beide haben Nachwuchs und schreiten am Ende durch eine Tür mit den Symbolen von Sonne und Mond.
    Kleine Unebenheiten wie die symbolträchtige Zyste auf Alans Rücken oder die Jagd auf Wüstenwölfe kann man vernachlässigen.
    Es bleibt ein Abenteuer mit hohem Unterhaltungswert, optisch ansprechend und mit genügend Pfiff.
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    01.05.2016
    10:17 Uhr
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      Sehr angenehmer Film

      Jetzt wollte ich eigentlich eine eigene Rezension zu dem Film schreiben, aber Du hast mir in wirklich allen Punkten bereits das vorweggenommen, was ich sagen wollte. Deshalb unterstreiche ich es einfach auf diese Weise noch einmal und sage: ein wirklich gut gemachter Film, der im Detail ein paar Schwächen (letzten Endes zeigt er Saudi Arabien sehr idealisiert, wenngleich er einige Ansätze der Gesellschaftskritik unterbringt) hat aber insgesamt sehr inspirierend auf mich wirkte. Die Leere der Wüste lässt Platz dafür, ihn mit den eigenen Buckeln am Rücken zu füllen.
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      12.05.2016
      22:54 Uhr