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82.5% Bewertung
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    Wahrheit tut manchmal weh

    In der Kirche ist es wichtiger, mit Begeisterung mitzusingen, auch wenn es falsch ist. Im Opernhaus oder im Konzertsaal ist das dann schon ganz anders. Man erwartet sich ja eine professionelle Darbietung der Kunst. Die Geschichte einer Gräfin, die es sich leisten konnte, ihre eigene Unfähigkeit vor sich selbst und der Welt zu verleugnen, wird in diesem Film erzählt. Garniert mit einer Fülle an wunderschöner klassischer Musik gerät er zu einer Liebeserklärung an die Musik. Zugleich wird die dunkle Seite so mancher Persönlichkeit Kunstschaffender ebenso wenig ausgespart wie deren oft prekären Beschäftigungsverhältnisse. Und auch wenn der Film vor fast 100 Jahren spielt, hat sich wohl nur wenig davon geändert, wie man sich denken kann. Catherine Frot geht in ihrer Rolle auf und verleiht ihr nicht nur eine durch Mark und Bein gehende Stimme, sondern auch ein nuancenreiches Gesicht und ein empfindsames und radikal verletzliches Herz. Kleiner Wehmutstropfen: bei aller Opulenz der visuellen und akustischen Umsetzung ist die Abstimmung des Playback nicht in allen Szenen wirklich gelungen - was in der Welt der heutigen Filmtechnik eigentlich nicht sein müsste.
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    08.07.2016
    12:42 Uhr
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    Schrei nach Liebe

    Die schrägen Töne der Madame Marguerite sind bei weitem nicht das Schrägste an dem Film. Total unkonventionell wird eine unglückliche Ehe geschildert, in der eine alte französische Lady grässliche Töne von sich gibt, weil ihr Ehemann ihr keine anderen Töne entlocken will. Aus einem Schrei nach Aufmerksamkeit wird eine ganze Arie. Und die ist herzzerreißend.
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    02.11.2015
    18:56 Uhr