Happy Tears

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Forumseintrag zu „Happy Tears“ von Harry.Potter

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Harry.Potter (11.02.2009 23:57) Bewertung
Ein peinlicher, dummer Kunstfilm aus heißer Luft
Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2009
Wenn man sich die Pressemappe zu „Happy Tears“ durchliest, wird der Film angepriesen als ein Drama um zwei Schwestern, die ihren kranken Vater pflegen müssen, seit ihre Mutter gestorben ist und die eigentlich mit ihrem eigenen Leben schon genug Schwierigkeiten haben. Die beiden so grundverschiedenen Schwestern müssen durch den immer schlechteren Gesundheitszustand ihres Vaters mit ihren eigenen Ängsten klar kommen. Ein klassischer Festivalfilm, würde ich meinen, bzw. haben solche Filme in den letzten Jahren immer wieder die Berlinale geprägt. Der Problemfilm ist ein beliebter Festivalfilm, bereitete jedoch deutlich häufiger seinem Publikum Probleme, als dass er sich ernsthaft und nachhaltig mit einem Problem auseinandergesetzt hätte. Die seltenen Ausnahmen bestätigen die Regel und kein Wunder, dass sich so manche Jury gerne auf diese Ausnahmen stürzt, um guten Gewissens einen Preis vergeben zu können, denn meistens verlangen solche Filme, ob sie gut sind, oder nicht, von ihren Schauspielerinnen und Schauspielern Einiges ab. In diesem Fall haben wir es auch wieder mit einem Problemfilm zu tun, der seinem Publikum mehr Probleme bereitet, als er in der Geschichte auf der Leinwand zu lösen vermag. Gewürzt mit Demi Moores Namen auf der Besetzungsliste zieht der Film deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich, als er verdienen würde. Wer ihn bis zum Schluss durchgestanden und nicht vorzeitig die Flucht ergriffen hat, versteht warum. Regisseur Mitchell Lichtenstein hat seinen Film so konzipiert wie ein modernes, abstraktes möchtegern-Kunstwerk, in dem mehrere Elemente zusammengefügt wurden, die miteinander aber kein Ganzes ergeben. Der Alte lässt einen derben und schmutzigen Witz nach dem anderen ab, eine absurde Traumsequenz jagt die andere, es wird gekifft, gesoffen und geraucht, was das Zeug hält. Als Draufgabe muss Ellen Barkin dann auch noch als verbrauchte Nutte, die sich als Krankenschwester ausgibt, herhalten, kann dabei aber mehr mit ihrem verbrauchten Äußeren das Publikum verschrecken als sie mit der Tiefe ihres Charakters überzeugen könnte. Ein Film, der im besten Fall Kopfschmerzen erzeugt, im schlechtesten Fall aber ein akutes Fluchtbedürfnis raus aus dem Kinosaal erzeugt, dem nachzugeben menschlich höchst verständlich wäre. Nach der Pressevorstellung gab es Buh-Rufe im Kinosaal, für mich persönlich ist dieser Film aber nicht einmal wert, für einen solchen überhaupt Luft zu holen.
 
 

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