The Good German

Bewertung durch Harry.Potter  65% 
Durchschnittliche Bewertung 58%
Anzahl der Bewertungen 2

Forumseintrag zu „The Good German“ von Harry.Potter

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Harry.Potter (10.02.2007 00:03) Bewertung
George Clooney auf der Suche nach der Wahrheit?

Berlin, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt ist in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Friedensverhandlungen, auf denen die Landkarte Europas neu gezogen werden soll, wird in Potsdam in ein paar Tagen stattfinden. Kriegsberichterstatter Jake Geismer wird von der US-Regierung nach Berlin versetzt. Mehr ein Versorgungsposten als ein richtiger Auftrag. Als ihm jedoch durch Zufall seine alte Geliebte Lena (Cate Blanchett) über den Weg läuft, ändert sich die Lage für ihn schlagartig, denn wie sich heraus stellt, war ihr Ex-Mann in eine Sache verwickelt, für die ihn sowohl die Amerikaner als auch die Russen für viel Geld unbedingt kriegen möchten...

Steven Soderbergh ist nicht zum ersten Mal auf der Berlinale mit einem Film vertreten. Aber es ist das erste Mal, dass er eine so deutsche Geschichte auf der Berlinale präsentiert. Eine Spionagestory vor dem Hintergrund des soeben zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieges, gedreht nach Vorbildern der Filme aus den 40er Jahren, in Schwarz-Weiß, mit alter Kulissentechnik wie anno dazumal, aber mit moderner (digitaler) Kameratechnik und einem Staraufgebot von drei Kontinenten. Ein Experiment, das sich, wie die Einspielergebnisse in den USA zeigen, eher außerhalb der USA wirtschaftlich beweisen wird müssen. Ungeachtet der eher verhalten ausgefallenen Reaktionen bei Publikum und Kritik in den USA sucht Steven Soderberghs neuester Streifen nun das Forum der Berlinale. Er präsentiert sich hier allerdings nur mit eingeschränktem Staraufgebot. George Clooney ist ebenso wenig erschienen wie Tobey Maguire, die Pressetermine werden von Cate Blanchett und dem Regisseur sowie Christian Oliver bestritten. Diese bemühen sich aber redlich, für den Film die Werbetrommel zu rühren. Eine Werbetrommel, die er auch wirklich notwendig hat. Denn von Anfang an kann sich der Film des Eindrucks nicht erwehren, ein künstlich auf alt getrimmtes Stück Film zu sein, das seinen Vorbildern alle Ehre machen möchte und sie unter dem Strich dann doch nur dementiert. Vielleicht liegt es daran, dass die Blanchett eben doch keine Hildegard Knef ist und George Clooney in Schwarz-Weiß genauso blass erscheint wie alle übrigen Herren rund um ihn herum. Die Szenen sind absichtlich mit eher einfachen Mitteln gedreht, zum Beispiel wenn Geismer mit seinem Fahrer Tully (Tobey Maguire) durch das zerbombte Berlin fährt und der Hintergrund wie in den alten Filmen irgendwie immer gleich aussieht. Dies ist natürlich ein Zugeständnis an die filmischen Vorbilder, wirkt allerdings mit dem gestochen scharfen Digitalbild immer wieder billig und unvollständig. Immer wieder gibt es Szenen, in denen Deutsch gesprochen wird, Cate Blanchett (Lena) hat sogar über längere Passagen Szenen, in denen sie nur Deutsch spricht. Anders als ihr deutscher Akzent im Englischen ist ihr Deutsch jedoch weit davon entfernt, zu ihrer Filmfigur einer Deutschen zu passen und auch George Clooney mimt eher den gaunerhaften Meisterdieb wie in Oceanís Eleven als einen Kriegsberichterstatter, der abgesehen von Englisch nur ein paar schlecht artikulierte Brocken Deutsch hervor stottern kann. Hier hätte dem Film auf jeden Fall eine Synchro gut getan, wie es sich Cate Blanchett auch gedacht hatte, wie sie der versammelten Presse erzählt. Gut auch, dass sich Soderbergh von seinen Freunden überzeugen ließ, die Filmmusik von Thomas Newman komponieren zu lassen. Die ursprünglich vorgesehene Musik wäre eine lt. Soderbergh “elektronische” gewesen, auf die er aber bei Testscreenings derart negative Rückmeldungen erhielt, dass er sie neu komponieren ließ und bei Newman einen fähigen und auch für dieses Werk Oscar-Nominierten Handwerker gefunden hat.


So bleibt der Film am Schluss eine akzeptable und brauchbare, aber insgesamt doch eher verhaltene Arbeit zum Thema “Nachkriegsfilme” aus der Hand eines Regisseurs, der schon mehrfach beweisen hat, dass er das Zeug hat, mitreißende, unterhaltsame, kurzweilige und publikumswirksame Filme mit George Clooney zu drehen. Für einen Ausrutscher auf jeden Fall zu gut, für ein Meisterwerk, über das die Welt noch lange nachdenken wird, eindeutig zu wenig authentisch. Möglicherweise hätte der Film besser überzeugen könnten, wäre er nicht auf altmodisch getrimmt worden.
 
 
Harry.Potter (10.02.2007 00:03)
George Clooney auf der Suche nach der Wahrheit?

Berlin, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt ist in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Friedensverhandlungen, auf denen die Landkarte Europas neu gezogen werden soll, wird in Potsdam in ein paar Tagen stattfinden. Kriegsberichterstatter Jake Geismer wird von der US-Regierung nach Berlin versetzt. Mehr ein Versorgungsposten als ein richtiger Auftrag. Als ihm jedoch durch Zufall seine alte Geliebte Lena (Cate Blanchett) über den Weg läuft, ändert sich die Lage für ihn schlagartig, denn wie sich heraus stellt, war ihr Ex-Mann in eine Sache verwickelt, für die ihn sowohl die Amerikaner als auch die Russen für viel Geld unbedingt kriegen möchten...

Steven Soderbergh ist nicht zum ersten Mal auf der Berlinale mit einem Film vertreten. Aber es ist das erste Mal, dass er eine so deutsche Geschichte auf der Berlinale präsentiert. Eine Spionagestory vor dem Hintergrund des soeben zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieges, gedreht nach Vorbildern der Filme aus den 40er Jahren, in Schwarz-Weiß, mit alter Kulissentechnik wie anno dazumal, aber mit moderner (digitaler) Kameratechnik und einem Staraufgebot von drei Kontinenten. Ein Experiment, das sich, wie die Einspielergebnisse in den USA zeigen, eher außerhalb der USA wirtschaftlich beweisen wird müssen. Ungeachtet der eher verhalten ausgefallenen Reaktionen bei Publikum und Kritik in den USA sucht Steven Soderberghs neuester Streifen nun das Forum der Berlinale. Er präsentiert sich hier allerdings nur mit eingeschränktem Staraufgebot. George Clooney ist ebenso wenig erschienen wie Tobey Maguire, die Pressetermine werden von Cate Blanchett und dem Regisseur sowie Christian Oliver bestritten. Diese bemühen sich aber redlich, für den Film die Werbetrommel zu rühren. Eine Werbetrommel, die er auch wirklich notwendig hat. Denn von Anfang an kann sich der Film des Eindrucks nicht erwehren, ein künstlich auf alt getrimmtes Stück Film zu sein, das seinen Vorbildern alle Ehre machen möchte und sie unter dem Strich dann doch nur dementiert. Vielleicht liegt es daran, dass die Blanchett eben doch keine Hildegard Knef ist und George Clooney in Schwarz-Weiß genauso blass erscheint wie alle übrigen Herren rund um ihn herum. Die Szenen sind absichtlich mit eher einfachen Mitteln gedreht, zum Beispiel wenn Geismer mit seinem Fahrer Tully (Tobey Maguire) durch das zerbombte Berlin fährt und der Hintergrund wie in den alten Filmen irgendwie immer gleich aussieht. Dies ist natürlich ein Zugeständnis an die filmischen Vorbilder, wirkt allerdings mit dem gestochen scharfen Digitalbild immer wieder billig und unvollständig. Immer wieder gibt es Szenen, in denen Deutsch gesprochen wird, Cate Blanchett (Lena) hat sogar über längere Passagen Szenen, in denen sie nur Deutsch spricht. Anders als ihr deutscher Akzent im Englischen ist ihr Deutsch jedoch weit davon entfernt, zu ihrer Filmfigur einer Deutschen zu passen und auch George Clooney mimt eher den gaunerhaften Meisterdieb wie in Oceanís Eleven als einen Kriegsberichterstatter, der abgesehen von Englisch nur ein paar schlecht artikulierte Brocken Deutsch hervor stottern kann. Hier hätte dem Film auf jeden Fall eine Synchro gut getan, wie es sich Cate Blanchett auch gedacht hatte, wie sie der versammelten Presse erzählt. Gut auch, dass sich Soderbergh von seinen Freunden überzeugen ließ, die Filmmusik von Thomas Newman komponieren zu lassen. Die ursprünglich vorgesehene Musik wäre eine lt. Soderbergh “elektronische” gewesen, auf die er aber bei Testscreenings derart negative Rückmeldungen erhielt, dass er sie neu komponieren ließ und bei Newman einen fähigen und auch für dieses Werk Oscar-Nominierten Handwerker gefunden hat.


So bleibt der Film am Schluss eine akzeptable und brauchbare, aber insgesamt doch eher verhaltene Arbeit zum Thema “Nachkriegsfilme” aus der Hand eines Regisseurs, der schon mehrfach beweisen hat, dass er das Zeug hat, mitreißende, unterhaltsame, kurzweilige und publikumswirksame Filme mit George Clooney zu drehen. Für einen Ausrutscher auf jeden Fall zu gut, für ein Meisterwerk, über das die Welt noch lange nachdenken wird, eindeutig zu wenig authentisch. Möglicherweise hätte der Film besser überzeugen könnten, wäre er nicht auf altmodisch getrimmt worden.
 
harry.potter_aadba0451b.jpg
Harry.Potter (06.11.2006 15:53) Bewertung
Trailer sieht gut aus
Naja, ein Steven Soderbergh mit (wer hätte es erraten?) George Clooney (Volltreffer! Ganz was Neues!) Aber im Ernst: der Trailer sieht gut aus, vom Plakat her erinnert mich das Ganze (vielleicht auch wegen des Schwarz-Weiß) an "Sky Captain And The World Of Tomorrow", aber das ist eher weit her geholt.
 
 

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