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Apocalypto

Bewertung durch Leander Caine  100% 
Durchschnittliche Bewertung 68%
Anzahl der Bewertungen 44

Forumseintrag zu „Apocalypto“ von Leander Caine


Rahvin (20.12.2006 23:14)
Das Spiel mit Angst, Gewalt und Happy End
Es fällt oftmals schwer, die Privatperson von der des Künstlers zu trennen; in diesem Fall sollte man diesen Schritt, der viel Überwindung kosten kann, durchaus wagen. Mel Gibson gilt seit seinen antisemitischen Ausfällen als gefallener Superstar. Dennoch kann und darf man sein Werk keinesfalls mit seinen menschlichen Defiziten gleichsetzen, man würde den Filmen unrecht tun.

Wenn man die Antisemitismus-Vorwürfe zur "Passion Christi" außen vor lässt, mit Gewaltexzessen und der Zerstörung menschlicher Körper und menschlichen Lebens kennt Gibson sich aus. In Braveheart werden gigantische Schlachten mit hunderten Darstellern genüßlich zelebriert, zum Schluß wird der Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion minutenlang gequält und anschließend hingerichtet. Unanständig nahe kommt man dem menschlichen Christus, dessen letzte Stunden man sich zu Gemüte führen kann in "Passion Christi". Nun also werden Mayas gemetzelt, hingerichtet, grausamen Göttern geopfert, im Kampf niedergemacht.

Die Laiendarsteller sind allesamt überzeugend, auch wenn die "Bösen" etwas eindimensional wirken. Nur dem Hauptdarsteller Youngblood wird etwas Persönlichkeit inklusive einer Charakterentwicklung gegönnt, schließlich soll man sich als Zuschauer damit identifizieren können.
 

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Leander Caine (21.12.2006 20:24) Bewertung
Tolle Kritik
Finde, dass Du Dich nicht entschuldigen darfst, denn Deine Kritik ist "sehr genau" und sollte für den Leser keine wesentlichen offenen Fragen hinterlassen.
Leander Caine (21.12.2006 20:24)
Tolle Kritik
Finde, dass Du Dich nicht entschuldigen darfst, denn Deine Kritik ist "sehr genau" und sollte für den Leser keine wesentlichen offenen Fragen hinterlassen.
 
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Leander Caine (16.12.2006 20:21) Bewertung
Running Man trifft Der mit dem Wolf tanzt in Rapa Nui
Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich große Bedenken bei diesem Film - und nach Mel Gibsons unrühmlichen Auftritt dieses Jahres (Antisemitismus und Alkohol) war ich mir nicht wirklich sicher, ABER dieser Film ist ein unerwarteter Filmhöhepunkt zum Ende des Jahres 2006 geworden!

Wahnsinnig schöne Bilder, eine unglaubliche Kamera, erfrischende Darsteller und eine Story, wie sie in dieser Form noch nie auf der Leinwand war, begeistern von Anfang an und nehmen den Zuschauer auf eine teilweise sehr harte Reise mit (an dieser Stelle meine obligate Warnung: Nichts für schwache Nerven!)! Das Ende der Maya, erzählt aus der Sicht eines "Gefangenen", der keine Angst mehr haben darf, rennt um sein Leben und das seiner Familie ... In der Zwischenzeit kündigen sich die ersten Boten der "Globalisierung" an!

Für diesen Film hat sich Gibson sehr bemüht - seine Durchsetzungskraft den Film in "Maya"-Sprache zu drehen und spielen zu lassen (mit Untertiteln) verdient Anerkennung! APOCALYPTO ist für mich deshalb etwas Besonderes, weil er etwas "Neues" zeigt - und das superspannend! Für mich ist das auch kein Independentfilm, sondern ein höchst anspruchsvoller Mainstreamfilm!
 
 

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