Thor: Love and Thunder

Bewertung durch Harry.Potter  70% 
Durchschnittliche Bewertung 64%
Anzahl der Bewertungen 7

Forumseintrag zu „Thor: Love and Thunder“ von Harry.Potter


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Harry.Potter (10.08.2022 10:48) Bewertung
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Jeder von uns hat wahrscheinlich einen lieblings-Marvel-Helden/Heldin, der/die uns am sympathischsten ist, oder die uns mit besonderen Fähigkeiten beeindruckt. Meiner ist und bleibt Rocket Racoon von den "Guardians" mit seiner unverblümt direkten, herrlich-pragmatisch-zynischen Art. Thor hingegen sorgte in den Filmen eher mit seiner physischen Präsenz für Aufmerksamkeit, ein Mann weniger Worte, dafür umso mehr Taten und göttlicher Abstammung. Ein Kraftprotz, dem die Frauenherzen wider besseren Wissens zufliegen und der sich um seinen Platz in der Welt keine Gedanken machen muss. Aber auch Thor ist, wie wir inzwischen wissen, nicht davor gefeit, dass ihm eine Frau das Herz bricht, weswegen wir ihn nun - bunt, schrill, sehr dick aufgetragen inszeniert von Taika Waititi - als post-depressiven Single aus Überzeugung erleben dürfen, dessen göttliche Exklusivität und Unverwundbarkeit von einem gefallenen Gläubigen (unglaublich im wörtlichen Sinne: Christian Bale) bedroht wird. Am Ende rettet alles und das Universum wieder einmal die Liebe.

Taika Waititis Stil entzweit die Gemüter unter den Marvel-Fans: die einen hassen ihn für seinen dick auftragenden, mitunter pseudo-billig-kitschigen Stil, bei dem man oft nicht weiß, ob es gerade ernst oder parodistisch zugeht. Die anderen lieben ihn für den frischen Wind, den er in die sonst ja eher düstere Filmreihe gebracht hat. Und auch diesem Film muss man zugestehen, radikal gegen den Strich gebürstet zu sein. Emotional starke Momente, grandiose CGI-Szenen stehen neben fast peinlich billig wirkenden Szenen, in denen bekannte Filmstars in Nebenrollen mit brutal schlampiger Schminke, hölzern und improvisiert, Szenen aus Asgards Geschichte nachspielen.

Man muss sich auf Waititis Stil definitiv einlassen bzw. an ihn gewöhnen, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Dann aber bietet er eine ganze Reihe treffender Pointen und eine große Portion Charme. Der Untergang der Götter dient als Symbol für den zweifellos zu bemerkenden Verlust der Bedeutung von Religion in der Gesellschaft von heute.
 
 

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