Lovecut

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Forumseintrag zu „Lovecut“ von r2pi

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r2pi (14.09.2020 00:27) Bewertung
wenn ich die karten nicht gewonnen hätt...
drei beziehungskisten mit coming-of-age-problemen, aufgepeppt mit so brisanten themen wie amateurpornographie/pädophilie im netz, jugendkriminalität und sex im rollstuhl. in urbanen wiener grätzln mit ihren "abgefuckten aber auch wildschönen ecken" zeichnen die beiden filmemacherinnen iliana estañol und johanna lietha das portrait einer wohlstandsverwahrlosten und allein gelassenen/auf sich selbst gestellten jugend, deren hauptproblem aber wohl die abwesenheit von echten problemen ist (so nach dem motto: herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun sollen). die erwachsenen, sofern überhaupt präsent, sind abziehbilder – überforderte eltern, ein bevormundender bewährungshelfer – einzig eine befreundete prostituierte mit spezieller klientel bringt ein bissel authentizität mit.
und wenn man schon nicht weiß, was die probleme eigentlich sind (ja, die beiden damen haben sich halt von den mcdonald's-kund/inn/en ein paar saftige gschichterln erzählen lassen, weil sie offenbar selber nix zu erzählen gewusst haben), na dann endet der film auch schon mal ganz abrupt, ohne irgendein angerissenes thema weiter auszuführen. ende und aus. echt jetzt, ich war ziemlich baff, als der nachspann abgespult wurde.

fazit: wenn ein film nicht wirklich was zu sagen hat außer banalitäten oder hunderte male erzähltes, und wenn man trotzdem freundlich sein will, weil die damen hier ihr regiedebüt abgeliefert haben und man froh ist, wenn man in corona-zeiten überhaupt noch ins kino gehen darf, dann liest man so sachen wie "mutig" und "inspirierend", "respektvolle darstellung", "intime einblicke" und "extraschuss authentizität" durch den cast ohne schauspiel-vorerfahrung. na ja. wenn ich die karten nicht gewonnen hätt...
 
 

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