The King's Man - The Beginning

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Forumseintrag zu „The King's Man - The Beginning“ von Andretoteles

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Andretoteles (25.02.2022 08:59) Bewertung
Verschwörungen und Verirrungen
Dieser dritte Teil der zu Beginn durchaus ansprechenden Filmreihe setzt auf die altbekannnten Stilmittel: coole Anzüge, satte Farben, detailreiche Ausstattung, solide Besetzung, spannende Kampfszenen. Eine Hommage oder eine Persiflage auf das James-Bond-Phänomen. Diese Elemente sind es auch, die den Film tragen und beitragen, dass die Zuschauer:innen den Film ertragen.

Denn unerträglich erscheint das Drehbuch, welches als überaus schönes Beispiel für schlechtes Storytelling herhalten kann. Voller Inkonsistenzen und Verirrungen. Nebenhandlungen und emotionale Trigger werden ausgebildet, aber nicht weiter verfolgt. Einiges verläuft im Sand. Das Versprechen an die Mutter zu Beginn - einfach nicht eingehalten und damit wertlos. Die Einführung von Rasputin als interessantem Nebencharakter - nach einer Stunde wertlos. Der pazifistische Grundtenor zu Beginn - schnell hinfällig. Dazu kommen die Versatzstücke, man wird das Gefühl nicht los, dass hier drei verschiedene zu einem Drehbuch vermischt wurden, weil es für ein einziges konsistentes nicht gereicht hat. Oder man hat sich der seriellen Sehgewohnheit angepasst, sodass ein Film aus 2-3 voneinander getrennten Handlungen (entsprechen 2-3 Serienepisoden) besteht. Die Enthüllung des Bösewichtes ist für den geübten Cineasten keine Überraschung und das Motiv ist im Angesicht der Millionen im Ersten Weltkrieg verstorbenen Menschen mehr als absurd.

Äußerst problematisch setzt der Film darüber hinaus auf das Phänomen der Verschwörungstheorien. Die gesamte Geopolitik wird von einer kleinen nebulösen Untergrundorganisation gesteuert– wir kennen solche Aussagen nur zuhauf. Außerdem erzeugt der Film die Botschaft, dass ein Krieg durch mehr Krieg beseitigt wird. Die USA soll in den Krieg eintreten, um den Krieg zu beenden. Wenn die Geschichte eines gezeigt hat, dann dass mehr Waffen nicht zu weniger Kriegen führen.

Fazit: Ansehnlich und mitunter unterhaltsam ist der Film, keine Frage. Wer allerdings hinter die Fassade blickt, sieht ein Drehbuch, welches Krieg verherrlicht, Verschwörungen mythisiert und sich in episodenhafter Erzählung verirrt.
 
 

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