Bad Genius

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Forumseintrag zu „Bad Genius“ von juliap

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juliap (24.09.2018 22:36) Bewertung
The perks of being a genius
Exklusiv für Uncut vom Slash Filmfestival
Zur Eröffnung der brandneuen Asia-Schiene des Slashfilmfestivals wurde der thailändische Film „Bad Genius“ auserwählt. Hierzulande vollkommen unbekannt, erfreute sich der erst zweite Spielfilm von Regisseur Nattawut Poonpiriya in ganz Asien äußerster Beliebtheit, gewann zahlreiche Preise und war zugleich der ertragreichste thailändische Film des ganzen Jahres. Nattwut Poonpiriya, der lange Zeit hauptsächich Werbefilme und TV-Spots kreierte, schafft mit „Bad Genius“ eine wahnsinnig intensive Mischung aus Highschool-Drama und Heist-Movie und schafft es nebenbei noch die soziale Ungleichheit innerhalb der thailändischen Gesellschaft an den Pranger zu stellen.

Die hochbegabte Schülerin Lynn wird auf Initiative ihres Vaters auf eine neue renommierte Schule geschickt. Aufgrund ihrer überragenden Leistungen erhält sie dort ein Vollstipendium, denn die horrenden Schulgebühren würden das Budget von Lynns Vater deutlich belasten. Schon bald freundet sie sich mit der gutmütigen Grace an, die im Gegensatz zu Lynn gravierende Schwierigkeiten mit den hohen akademischen Standards der Schule hat. Nach anfänglichen Zögern willigt Lynn ein, ihre Tutorin zu werden. Nachdem Lynn während eines Tests merkt, dass ihr Lehrer Grace bereits die tatsächlichen Testfragen vorab gegeben hat, steckt sie dieser heimlich sämtliche Antworten zu. Rasch bekommen andere Mitschüler Lynns, unter anderem Grace reicher Freund Pat, Wind von Lynns „Nachhilfe“ und bieten ihr Geld an, um auch ihre Noten derart zu verbessern. Mit Hilfe eines raffinierten Zeichensystems entwickelt Lynn ein ausgeklügeltes, stichfestes Schummelkomplex, welches nicht ohne Folgen für sie bleibt.

Trotz einer Länge von 130 Minuten und einer Thematik, die einem zunächst nicht unbedingt an Action und Spannung denken lässt, bleibt das Werk stets kurzweilig und fesselnd und vermag es die Zuschaue mit den Protagonisten mitzufiebern zu lassen. Durch die präzise Kameraarbeit lassen sich Poonpiriyas Einflüsse der Werbebranche erahnen, die Bildkomposition erfolgt fließend und auf den Punkt und vermittelt die packende Stimmung des Films sehr gezielt, auch das Castingensemble harmoniert miteinander. Das größte Manko dieses ansonsten sehr stimmigen Werkes ist jedoch das Ende, welches entgegen der vorherigen Handlungsstränge des Films derart moralisierend und konstruiert wirkt, dass nach dem Films leider ein bitterer Beigeschmack bleibt und man sich fragt, ob dieses Ende tatsächlich das vom Regisseur intendierte, oder aber ein Kompromiss war, um in möglichst vielen Ländern eine positive Resonanz zu schaffen.
 
 

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