Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

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Forumseintrag zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ von belzebub


Belzebub_av
belzebub (12.01.2018 15:51) Bewertung
Auf dem Dorfe ist gut predigen.
Mildred Hayes (Frances McDormand) hat ihre Tochter auf tragische Weise bei einem Gewaltverbrechen verloren. Um ihren Frust über die untätige Polizei des verschlafenen Nests Ebbing, angeführt von Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson), abzulassen und auf den ungelösten Fall aufmerksam zu machen mietet sie kurzerhand 3 Werbetafeln und plakatiert eine direkte Botschaft an die Polizei.

Von da an bricht Unruhe in der Kleinstadt aus. Die Polizei kommt immer mehr in Bedrängnis und allen voran der jähzornige Officer Dixon (Sam Rockwell) erlaubt sich so einige polizeilich fragwürdige Ausuferungen um den Ruf der Polizei und den „Frieden“ in der Gemeinde zu bewahren. Dabei schaukelt sich die Situation immer weiter auf und es kommt zu einigen Wendungen und kuriosen Zufällen im Falle Hayes.

Der Film bietet vor allem sehr schräge Charaktere, welche grandios gespielt werden (allen voran die drei Hauptdarsteller McDormand, Rockwell und Harrelson) und ein glaubhaftes und zur Story passendes Kleinstadt-Szenario mit all seinen Klatsch, Tratsch und der „jeder kennt jeden“-Philosophie. Dabei werden auch gesellschaftskritische Themen angeschnitten, die aber nie zu sehr in den Vordergrund gedrückt werden (Rassenthematik, Häusliche Gewalt, Polizeigewalt und auch etwas Kritik an der Kirche). McDormand ist die bitterböse Humorgeberin des Films die trotz allen Zynismus nie die Menschlichkeit verliert.

Was man am Film kritisieren könnte sind die teils losen Erzählstränge die er am Ende nicht ganz schafft zusammenzubinden, dadurch wirkt der Film wie eine überlange Pilotfolge einer Serie bei der man auf mehr wartet und enttäuscht wird wenn die Serie nie produziert wird.

Wer Filme wie die der Coen-Brüder mag (an die der Film teilweise erinnert) oder auch die Serie Fargo verschlungen hat und überzeichnete Stereotypen und absurde Situationen mit bitterbösen McDonagh-Humor (Brügge sehen... und sterben?) mag, wird sich bei 3 Billboards outside Ebbing, Missouri wie zuhause fühlen, alle anderen sollten einfach an den Werbetafeln vorbeifahren.
 
 

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