Medea

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Forumseintrag zu „Medea“ von auson

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auson (16.07.2017 11:25)
Pasolinis Medea
Prähistorische Wildnis gegen Stadtkultur (kappadokische Felsenhöhlen gegen Fassaden von Pisa), Pantheismus gegen Atheismus, Weiblichkeit (Zauberin) gegen Männlichkeit (Abenteurer), Liebesbindung gegen Vernunftehe, treffen in dem Film aufeinander.
Wer auf das alles vorbereitet ist, es gar erwartet, wird in dem Film einiges finden. Aber, Jason bleibt ein ziemlich gewöhnlicher Mann, Medea bleibt eine ziemlich rätselhafte Frau. Die Versöhnung der Gegensätze, gar der Ausgleich bleibt aus. Der berühmte Satz, dass Liebe alles überwindet, spricht bloß von Wünschenswertem, und dazu gehört auch, dass beide Seiten von einander zu lernen und zu gewinnen hätten, was wohl Pasolinis Anliegen war. Anliegen eines ehrenwerten Revolutionärs ...
Vierzig Jahre später sind die ungewöhnlichen Bilder immer noch erstaunlich, und, nachdem Mord längst im Unterhaltungsprogramm läuft, ein rituelles Menschenopfer immer noch verstörend. Davon abgesehen ist das Ganze eher undramatisch und als Film eher misslungen.
 
 

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