Missratene Parodie
Um es gleich vorweg zu nehmen, es ist nicht leicht diesem Machwerk etwas Positives abzugewinnen. Vielleicht ist es das Bemühen des Regisseurs eine Parodie zu schaffen, die sich auf die jüngste wirtschaftliche Situation Italiens bezieht. Sollte es etwa eine Abrechnung werden? Hier die schikanösen Arbeitsbedingungen in einem Call Center, wo eine examinierte Philosophin (der einzige Lichtblick Isabella Ragonese) trotz Examen mit Summa cum laude arbeiten muss. Sie passt nicht zu ihrem Umfeld.
Mir viel Tohuwabohu, sinnfreiem Geplapper und affigem Rumgebalge agieren die übrigen Figuren. Sie bleiben distanziert zum dargestellten Thema, sind eigentlich sie selbst. Unreif und kindisch. Sie verschmelzen mit der Realität und liefern so kein Abbild, das die Ironie erkennbar macht. Der Humor ist nur etwas für Unbedarfte, platter und von der Größe einer Briefmarke, strebt er gegen Null. Die Situation bleibt vorwiegend so spannend wie ein Wackelpudding, aufregend wie der Drehrhythmus einer Waschmaschine. Was ironisch karikiert werden soll, ist meist albern und dämlich. Viele Dialoge klingen wie tra-la-la und bla-bla-bla. Da passen dann auch keine Morde ins Bild!? Man kommt um den Vergleich mit dem Kaugummi nicht herum, wenn man es aus dem Mund nimmt, es aber mit den Zähnen noch festhält.
Selbst die Musik verdeutlicht den geschmacklichen Abstieg: singen zu Beginn wenigstens noch die Beach Boys, ist es am Ende die keimfreie Doris Day. K.V.